Herz/Lungenwurm – Dirofilaria immitis

DIROFILARIA IMMITIS

oder besser bekannt als Herz- und Lungenwürmer

 

Es ist wieder soweit und die Zecken, Mücken und all das andere Getier sind aus ihrem Winterschlaf erwacht!  Ab nun heißt es achtsam sein!

Herzwurminfektionen kommen weltweit in Ländern mit warmen Klimaverhältnissen vor. In Europa vor allem im Mittelmeerraum, sprich Spanien, Italien, Frankreich, Portugal aber auch in Ungarn.

Überträger dieses Virus sind 70 !! verschiedene Stechmückenarten (z. B.  die gemeine Stechmücke, die Tigermücken etc. )

  • Der Herzwurm ist ein Fadenwurm der etwa 20-30 Zentimeter lang  und ca. 1 Millimeter dick werden kann. Die Lebensdauer beträgt zwischen 7 – 13 Jahre
  • Er besiedelt beim Hund die Lungenschlagader und die rechte Herzkammer.
  • Auch Katzen und Füchse können befallen werden.
  • Man unterscheidet beim Herzwurm zwei Stadien:                                                 Mikrofilarien  – die Larven                                                                               Makrofilarien  – die erwachsenen Würmer
  • Ohne den Zwischenwirt Stechmücke ist also eine Übertragung der Herzwürmer NICHT möglich. Das heißt: eine Übertragung von Hund zu Hund, sogar von Hündin auf die nicht geborenen Welpen, ist nicht möglich.Deshalb können sich Hunde durch eine Mikrofilarien enthaltende Bluttransfusion oder über die Plazenta übertragene L1 nicht infizieren.Dementsprechend hat auch der Mensch keine Möglichkeit, sich direkt beim Hund anzustecken.

 

Wie werden Herzwürmer nun übertragen?

Der Kreislauf – Mücke – Hund – Wurm

  • Eine Mücke sticht ein, mit Herzwürmern infiziertes Tier.
  • Sie nimmt bei ihrer Nahrung nicht nur Blut sondern auch die darin enthaltenen Mikrofilarie (Larven) auf.  
  • In der Mücke häutet sich die Mikrofilarie zweimal um infektiös zu werden und erlangt das Larvenstadium (L3). Diese Zeitspanne beträgt ca. 2 – 2,5 Wochen.
  • Nimmt die Mücke dann eine neue Blutmahlzeit auf, infizieren diese L3 Larven – die beim Stich der Mücke in den bislang gesunden Wirt gelangen – den Hund.
  • Im Hund entwickelt sich die Larve ungefähr ein halbes Jahr weiter.
  • Dann erst hat sie sich in einen ausgewachsenen Herzwurm verwandelt, der wieder Mikrofilarien im Blut absetzt. Die weiblichen Herzwürmer scheiden bis zu 10.000 Larven aus ….

 

Strategien gegen den Herz/Lungenwurm:

  •  den Hund nicht in ein verseuchtes Gebiet mitnehmen
  •  vorher mit dem Tierarzt besprechen welche vorbeugende Maßnahmen getroffen werden können (Spot On, Halsband etc.)
  • den Hund abends nicht ins Freie lassen, denn da sind die Mücken am Aktivsten
  • 1 Monat nach Rückkehr aus einem verseuchten Gebiet  mit Milbamax oder Ivermectin entwurmen, vorher aber vor allem bei Border Collies den MDR-1 Gentest machen!  (Dieser Test sagt aus ob bestimmte Medikamente dem Hund verabreicht werden können….)Momentan sind verschiedene Medikamente zur Herzwurmprophylaxe auf dem Markt: die Avermectine (Ivermectin, Selamectin) und die Milbemycine (Milbemycinoxim, Moxidectin).

 

Bei befallenen Hunden müssen Larven und Würmer  jeweils speziell bekämpft werden.

Sollten sich schon sehr viele Würmer im Herzen befinden dann müssen diese vor einer weiteren Medikation zuerst operativ entfernt werden.

 

… welche Tests gibt es ?

Grundsätzlich muß darauf hingewiesen werden, dass Blutabnahmen immer am Sinnvollsten zwischen 18:00 und 20:00 Uhr sind. (dies hat mit der Anreicherung der Microfilarien im Blut zu tun)

Die meisten dieser Tests werden nicht in Österreich, sehr wohl aber in den namhaften Laboren Deutschlands durchgeführt!

Knott-Test:

Dieser Test wird durch Blutabnahme gemacht und es wird getestet ob Microfilarien – Larven im Blut sind.

Es wird empfohlen diesen Test zwei Mal im Abstand von 3 Monaten durchführen zu lassen.

Dieser Test ist jedoch nicht unbedingt aussagekräftig, da es auch schon vorgekommen ist, dass Hunde keine Microfilarien im Blut hatten, sehr wohl jedoch Herzwürmer.  Dies ist durch die monatliche Herzwurmprophylaxe (Gabe von Milbamax Tabletten)  möglich und wird dadurch eine Infektionen von zirkulierende Mikrofilarien  verschleiert, da diese Monat für Monat eliminiert werden.

Antigentest:

Dieser Test ist erst sinnvoll wenn er frühestens 6,5  Monate nach einem Befall gemacht wird.

Er weist Antigene gegen den Uterus weiblicher Herzwürmer nach, weshalb der Test auch dann positiv ist, wenn weibliche Herzwürmer vorhanden sind. Zudem müssen mehr als 3 weibl. Herzwürmer vorhanden sein. Bei ausschließlich männlichen Herzwürmern schlägt der Test nicht an.

Es nicht von Nutzen, Welpen unter 7 Monaten zu testen, oder sofort nach der Rückkehr aus einem Urlaub diesen Test zu machen.

Dieser Test ist genauer als jener betreffend Microfilarien

 

PCR (Polymerase-Kettenreaktion):

Bei dieser Methode wird auch Blut abgenommen.

Sie zählt zu den wichtigesten Methoden der modernen Molekularbiologie und auch zur sichersten Methode um Erreger nachzuweisen.

Bei der PCR  werden Erreger-DNA bzw. –RNA nachgewiesen. Man kann diese Untersuchung früher als den Antigentest machen, es reicht eine einmalige Untersuchung aus.

Es gibt verschiedene „Pakete von PCR“ (PAN Filaria) Untersuchungen.

Eine Artendifferenzierung sollte bei dieser Untersuchung gleich mitbeantragt werden.

 

Kotproben:

Man kann Kotproben testen lassen (dies in Deutschland) wobei aber die Aussagekräftigkeit nur bei 60% liegt

Thorax-Röntgen, Ultraschall bzw. EKG um die Schwere der Erkrankung/den Befall  zu ersehen

 

Wie erkenne ich ob mein Hund befallen ist:

Bei geringem Befall sind meist keine Anzeichen zu erkennen

  • Husten
  • Schwerfällige Atmung
  • Schwäche
  • Gewichtsverlust, Mattigkeit, schneller Puls
  • Ohnmacht (Kreislaufkollaps, Synkope)
  • Plötzliche Todesfälle können auftreten, auch wenn ein langsamer und schleichender Verlauf (chronische Herzwurmkrankheit) typischer ist

Sollte Ihr Hund nachweislich befallen sein, so sollte unverzüglich die weitere Therapie mit einem erfahrenen Tierarzt/Klinik/VetMed abgesprochen werden.

Es müssen bei der Bekämpfung der Würmer sowie auch der Larven starke chemische Mittel zum Abtöten verwendet werden welche richtig dosiert und angewendet werden müssen.

Zitat: „Den Hunden wird ein Medikament gespritzt, das die Herzwürmer sterben läßt, die toten Würmer schwimmen im Blut quasi als Müll herum, bis der Körper sie zersetzt hat. Diese Phase ist sehr problematisch da die toten Würmer die Blutgefäße verstopfen könnten, was zu einer Thrombose oder Lungenembolie führen kann – Darum Boxenzwang! „

Die Tierärzte von verschiedensten Tierorganisationen die in den Mittelmeerländern tagtäglich  mit betroffenen Hund leben,  sind wohl am Versiertesten mit dem Umgang und der Behandlung dieser Krankheit.

Da in Österreich eher wenig Fälle von Herzwürmern auftreten sahen sich viele Tierärzte noch nicht  mit dieser Problematik konfrontiert:

Grundsätzlich sollte man diese Krankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen und so weit wie möglich seinen 4-beinigen Freund schützen.

 

Ringelhex

In diesem Zusammenhang muß ich darauf verweisen, daß all diese Informationen in langer Recherche – sei es durch Telefonate mit Laboren, der VetMed oder im Internet gefundener Studien und Artikel – durch mich zusammentragen wurden.

Ich darf aber vor allem auf eine Internetseite hinweisen die mir sehr klar und verständlich erscheint und in welcher auch klar und deutlich zum Ausdruck gebracht wird, daß ein an Herzwurm erkrankter Hund nicht dem Tode geweiht ist, sondern es lediglich auf die richtige Behandlung ankommt und vor allem absolute Boxenruhe für einen längeren Zeitraum.

http://www.koerbchen-gesucht.de/info/gesundheit/herzwurm/filaria.html

 

… möge der Wurm uns verschonen ….